Eine Aktion der Lions Clubs Zimmerberg und Val Müstair

Unsere Weihnachtskartenaktion zugunsten des Klosters St. Johann in Müstair geht ins 33. Jahr. Seit mehr als einem Drittel Jahrhundert präsentiert Lions Dr. Rolf Gassmann in beachtenswerter Regelmässigkeit eine künstlerische Interpretation einer der Sujets des Freskenzyklus aus karolingischer und romanischer Zeit. Es kommt immer wieder die Frage auf, ob die Restaurierung dieser einzigartigen UNESCO Welterbstätte nicht einmal fertig sei. In einem mehr als 1200jährigen Bauwerk ist die Arbeit nie abgeschlossen. Die Bauhütte sorgt dafür, dass keine unwiederbringlichen Schäden auftreten, die Bedürfnisse des Konvents erfüllt werden und insbesondere auch neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden können.

Die Unterstützung des Erhalts der Fresken in der Klosterkirche ist das Hauptanliegen der Activity der beiden befreundeten Lionsclubs. Dank ihren finanziellen Zuwendungen werden gegenwärtig Restaurierungsarbeiten in den drei Apsiden durchgeführt. Es geht primär darum, die Fresken von Schmutzpartikeln zu befreien, die sich seit der letzten umfassenden Restaurierung in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts angesammelt haben. Mit dieser Reinigung einher geht eine vertiefte wissenschaftliche Analyse, die dank der neu entwickelten technischen Möglichkeiten, zu ganz neuen Erkenntnissen führt. Dazu kommen konservatorische und ästhetische Massnahmen.

Die Süd- und die Nordapsis sind fertiggestellt und das Ergebnis ist äusserst erfreulich. Die Fresken erstrahlen neu in einer bisher nicht gesehenen Farbenpracht. Dies ist auch der letzte Beweis, dass die Vorahnung von Rolf Gassmann richtig war. Die Fresken waren bei ihrer Entstehung bedeutend farbiger als heute. Die stumpfen Farben insbesondere der karolingischen Fresken sind das Resultat der Hitzeeinwirkung auf die Pigmente bei Brandkatastrophen. In den nächsten rund fünf Jahren gilt es nun die berühmte Mittelapsis mit der Darstellung des Gastmahls des Herodes zu restaurieren. Damit ist auch eine Erinnerung verbunden, hat doch unser Pictor Rolf Gassmann dieses Sujet für die aller erste Weihnachtskarte ausgewählt.

Es ergeht ein Appell an die freundeidgenössische Solidarität. Die Kartenaktion wirft nicht nur einen finanziellen Ertrag ab. Durch den Versand in unzählige Haushalte landauf und landab wird jedermann auf die Schönheit des Kulturgutes aufmerksam gemacht und auch daran erinnert, dass er sich durch den Kauf von Weihnachtskarte persönlich für die Erhaltung dieses einzigartigen, von der UNESCO als Erbe der Menschheit eingestuften Kulturgutes einsetzen kann.